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Wir hatten seit 19 Jahren immer Katzen. Früher die von den Nachbargärten, noch in Langenlebarn. Das waren nur Gastkatzen. Plötzlich hatte Margit die Idee, sich eine Katze anzuschaffen. Ich war skeptisch. Denn damit waren wir gebunden und die Ausflüge die ich gewohnt war, waren damit schwieriger geworden. Wahrscheinlich war das auch Margits Gedanken, weil sie keine Wanderin oder Bergsteigerin war, obwohl sie nach dem Kennenlernen meine Touren mitmachte. Eher aus Symphatie zu mir als aus Überzeugung. Also kamen wir in die Tierhandlung nach Tulln. Katzen durften ja nicht verkauft werden und der Zweck der angebotenen Katzen war, daß man eben dazu Käfig und alles Zugehör kaufte, was man halt so für Katzen braucht. So sah Margit die kleinen Wollknäuel an, schwarz weiß gefleckt und ängstlich. Nur eine kam zu ihr auf die Schulter, krallte sich fest und wollte nicht mehr auslassen. SIE hat Margit adoptiert, nicht umgekehrt. Es war Sissi, die uns dann 18 lange Jahre begleitete. Es war die liebste und anschmiegsamste Katze die wir je kennen gelernt haben. Sie war nie kank, nie beim Tierarzt in all den Jahren. Sie hat uns bei allen Übersiedlungen begleitet. Sogar im Urlaub in Bad Hofgastein war sie mit und hat auf uns gewartet. Von Langenlebarn, die Übersiedlungen nach Wien 16, dann in den 22. Bezirk, nach Nöstach zu Albert und dann nach Dörfl hat sie problemlos mitgemacht. In Langenlebarn haben wir dann einen kastrierten Kater von der Nachbarin bekommen mit dem sie sich gut angefreundet hat. Er war aber auch ein friedfertiger Bursche und hat sich als meine Katze gefühlt. Es war Nicki, eine mitteleuropäische Hauskatze in braun gefleckt. Wunderschöne Zeichnung. Er hatte leider die Katzenkrankheit FIP mit Brechen und starb zu meinen Füßen. Anhänglich bis zum Schluß. Dann - schon in Nöstach - bekamen wir vom Bauern eine dreifärbige Katze. Ich wußte nicht daß das so dickschädelige Tiere sind, sonst hätte ich sie mir nicht ausgesucht. Sie ist ein Haustyrann und setzt alles durch was sie will. Wenn sie um 5h früh Hunger hat hüpft sie aufs Bett und schleckt mich wach. Dann will sie schon hinaus. Das lasse ich zu, dann habe ich Ruhe und kann weiterschlafen. Sie ist überall dran, überall oben, so wie hier auf den Küchenkastln, die sie von unten her anspringt.
Dann gibt es noch den Flecki, von Margit Blaky gerufen. Der hat sich einfach bei uns eingemietet. Kam immer fressen, wurde kastriert und ist so anhänglich, daß er aus eigenem von Albert nach Dörfl mit übersiedelt ist. Ich habe tagelang unsere Sachen mehrmals am Tag von Albert nach Dörfl geführt und ihm immer Futter mitgebracht. Eines Tages hüpft er ins Auto und fährt einfach mit. Steigt in Dörfl aus und war da. Dürfte schon etwa 10 Jahre alt sein und ist friedlich und anpassungsfähig. Nur von Susi läßt er sich sekkieren. Er hat bersteinfarbene Augen. Kriecht überall herum und bringt jede Menge Samen und Blätter mit. Ich muß ihn immer abbürsten. Inzwischen ist Sissi gestorben. Sie bekam ein krebsiges Gechwür das unter dem Auge in die Mundhöhle durchbrach und wir haben sie sehr schweren Herzens einschläfern lassen. Sie wurde 18 Jahre alt und ist bei uns begraben. So haben wir jetzt nur Susi und Flecki. Sie gingen uns aber ab, wenn niemand da ist, der uns beim Heimkommen begrüßt. Es ist Leben im Haus, es dürfte aber ein langer Winter werden, weil sich beide jetzt einen Winterspeck anfressen, wie wir es die Jahre hindurch noch nicht erlebt haben. Ich komme mit Futter einkaufen nicht nach. Dabei ist Flecki zum Teil Selbstversorgen und bringt fallweise eine Maus mit, die er dann daheim frißt. Zum Glück so komplett, daß nicht einmal eine Spur bleibt.
Das war Panda, ein starker ungezähmter Kater. Er war an der Pfote verletzt, so daß wir ihn zum Tierarzt in Berndorf brachten und gleich kastrieren ließen. Das war abends. Am nächsten Vormittag kam ein Anruf vom Tierarzt, daß er vom OP-Tisch durch die Oberlichte hinausgesprungen und nicht mehr zu finden ist. Hoffentlich hat er dort einen guten Platz gefunden.
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