Mein elektrisches Schaf


Ich bin mit 74 Jahren hier eingezogen. Da ergibt sich die Frage wie ich hier Haus und Grund bewirtschaften soll. Ich bin ein leidenschaftlicher Bastler, meine Ideen halten aber mit meinen Kräften nicht Schritt. Also muß ich mir Hilfen suchen, die mir nicht dauernd etwas kosten. Lieber eine einmalige Ausgabe und dann nur drauf schauen daß alles gut läuft.

Da hat die Fa. Fischer am Hafnerberg Hausmesse gehabt und ich habe einen Automower gesehen. Super, aber teuer.  Da ergibt sich daß jemand das Gerät gebraucht abgibt und wenn ich drauf warte bis der damalige Besitzer ein Neues bekommt, habe ich das Gebrauchtgerät. Also warten - es hat sich gelohnt. Das Gerät hat bei unserem Doktor Willi geheißen. Das habe ich erst später erfahren. Da habe ich es schon längst als Maxi laufen lassen. Es ist zum Familienmitglied geworden. Macht still und leise seine Arbeit. Heuer das dritte Jahr. Fischer hat es servisiert und bei der damals gerade erfolgten Anlage der Grünfläche und bei der Eingrenzung der Mähfläche Tipps gegeben.  

Insgesamt habe ich etwa 900m² zu bearbeiten, fast nichts eben. Die Grasfläche ist U-förmig und hat eine Engstelle im unteren Teil. Nicht ganz Problemlos. Also einen Standort für die Ladestation suchen, die in dem abfallenden Gelände halbwegs eben liegt und zudem nach beiden Seiten eine Ausfahrt ermöglicht. Das kann man programmieren. Und mit einer extra Suchschleife das Problem, daß er an der äußeren Begrenzunglinie zu seiner Ladestation findet und dabei Umwege machen würde, ihm einen direkten Weg zu seiner Ladestation zeigt. Heute ist der Draht schon so eingewachsen, daß selbst ich ihn nur mehr an Hand der damals gemachten Fotos und Pläne finde. 

Ja, den Grasschnitt, den gibts nicht. Der Maxi schneidet ja täglich nur Millimeter ab, mulcht also die Wiese. Außerdem läßt sich die Schnitthöhe zwischen 2cm und 6cm verstellen. Bei trockener Witterung lasse ich das Gras länger, damit der Boden nicht so austrocknet, Die Abfälle sieht man nicht. Sie bilden langsam eine Humusschicht auf dem lehmigen Boden.  Die Idee der Betriebsanleitung habe ich rasch aufgegeben. Da sollte man von der Grenze her das Kabel immer bis zum Strauch verlegen, in einer Schleife. Viel Arbeit und ein immenser Kabelverbrauch. Ich hatte ja rundherum bereits Sträucher in einigem Abstand zur Grundgrenze gesetzt. Also bei jedem jungen Strauch eine Schleife machen. Das war mir zuviel Arbeit und Material. Also einfach bei den jungen Pflanzen 3 lange Holzpflöcke einschlagen, Maxi stößt an, weicht aus und sucht sich eine neue Richtung. Wenn der Strauch so groß ist daß ihn Maxi nicht mehr niedermähen kann kommen die Pflöcke weg. Das ist und war die einfachste Lösung. Auch für die Bäume die mitten in der Wiese stehen. Die habe ich anfangs mit einem Ring aus Wellmaterial geschützt, bei den meisten heute nicht mehr nötig. Sie sind stark genug um einen Anstoß auszuhalten.

Die Bilder aus den ersten Tagen der jungen Wiese:  

  

So schaut der Beginn aus!.  Deutlich die ersten Spuren!  Maxi steht    an der "Tankstelle". 
    
Nach einigen Stunden Es bleiben immer noch Büschel stehen
 

Einparken 

 

Nach 3 Tagen sieht die Sache schon gepflegter aus. Am Ende ist die Wiese komplett gemäht. Irgendwann hat er auch noch den letzten Löwenzahn erwischt..........   

 Wenn der Akku schwach wird schaltet sich das Mähwerk aus und er benützt die restliche Energie um zur Ladestation zu fahren. Movie rechts anklicken zum Öffnen in neuer Registerkarte. Achtung, lange Ladezeit, bitte warten!  

Die Phase der Spurlegung in den ersten Tagen läßt sich überspringen, indem man die Wiese einmal auf die gewünschte Höhe mäht und dann diese Höhe an den Automower "übergibt". Man muß nur einmal beobachten, ob die am Automower eingestellte Höhe mit der vorhandenen Grashöhe harmoniert. Etwas Kontrolle ist am Anfang nötig. Probleme mit der Höhe passieren  nur, wenn man das Gerät ein paar Tage nicht einsetzt und in dieser Zeit starker Graswuchs passiert. 

An sich ist der Automower so leise, daß er bei uns täglich - auch am Sonntag - fährt, weil er praktisch nicht zu hören ist.  Es gibt noch größere/stärkere Ausführungen, die bei größeren/steileren und/oder komplizierten Gartenformen eingesetzt werden können. Vorteil besonders bei ungewöhnlichen Gartenformen ist eine zweite Suchschleife, so daß er rascher zur Ladestation heimfindet. Ich habe eine U-förmige Gartenform, Ladestation etwa in der Mitte und eine Engstelle im unteren Teil, wo die Suchschleife liegt. Damit fährt er nicht den ganzen Rand bis zur Ladestation ab.

Die Spaziergänger bleiben immer wieder stehen und schauen fasziniert zu wie er den Hindernissen ausweicht und bei seinen Grenzen (durch einen Leitdraht rund um den Grund) umdreht. Und ICH brauchen keinen Handstreich zu tun, außer ihn retten, wenn er sich hoffnungslos in einer Ecke verzwickt hat. Er meldet aber brav welcher Fehler passiert ist. Jeder Fehler wird im Klartext angezeigt. Ich muß halt heikle Stellen dann ausgleichen oder auffüllen oder spitze Ecken abrunden. Nach einigen Wochen kenne ich seine Problemstellen und entschärfe sie. Der Hang mit 35% Steigung ist kein Problem.

Außerdem ist er durch einen Code diebstahlgesichert und arbeitet nur mit "seiner" Ladestation zusammmen. 50 Minuten arbeiten, dann 50 Minuten aufladen ist sein Rhytmus.

Die Investition hat sich rentiert. Der Rasenmäher hat praktisch ausgedient, der Fadenmäher ist nur noch für die Randbereiche und rund um die Stämme um die er etwas Gras stehen läßt, im Einsatz.

Herzlichen Dank an die Fa. Fischer am Hafnerberg für die Beratung. Nach ein paar Wochen war der Vertreter des Automowers - so heißt der Maxi amtlich - hier und hat ihn noch ewas umprogrammiert damit er nicht immer den bequemen Weg auf die freie Fläche nimmt, sondern zuerst über die Engstelle entlang der Suchschleife ohne Mähen durchfährt und dann erst mit einem Warnpieps seine Arbeit beginnt. 

September 2009. Jetzt ist Maxi 3 Jahre im Einsatz.  Ich habe gedacht er wird faul und läßt sich fallweise mit der Meldung heimtragen: "Batterie schwach". Also zur Fa. Fischer wegen vermutlich nötigen Akkuwechsel.  Zur Überraschung ist nur ein Softwareupdate fällig und der Maxi läuft wieder.  Super!   

Dann doch ein Akkutausch nach 4-5 Jahren (ich weiß nicht wie lange er beim Vorbesitzer im Einsatz war, bei mir 3 Jahre). Jetzt läuft er wieder wie der Nurmi mit voller Kraft.     

April 2010:  Maxi spinnt. Neues Softwareupdate, Stoßmelder getauscht (9.- €)  und vor allem die im nassen Gras durchdrehenden Vollgummiräder an den Felgen durch eine Steckschraube fixiert. Jetzt läuft er wieder wie am ersten Tag.                                                                                                                                   

                                                                                                                         

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

Husqvarna-Automower.

Das Gelände hat:
Steigung max. 35%, 1 Meter vom Rand sollte nur 10% Gefälle sein. Ist aber nicht so genau.
Grasfläche ca. 900m².
Büsche anfänglich mit Schutz umgeben oder Anstoß an 15cm hohe Begrenzung. Je 3 Pflöcke erfüllen diesen Anspruch.
Der Rand der Mähfläche ist mit einem Leitdraht 20cm von der Grenze markiert.
Ladestation im ebenen Bereich, Andockstation mit 24V. Der Automover sucht sich die „Tankstelle“ selbst, sobald der NiMh-Akku 2,3 Ah, leer wird.
Er arbeitet innerhalb der vorgegebenen, frei einstellbaren Zeit vollkommen selbstständig und trifft im Laufe der Zeit alle Stellen des Rasens, weil er im Zick-Zack-Modus arbeitet.
Das Gerät mulcht das Gras, so daß keinerlei Abfälle anfallen. Die Schnitthöhe sowie "Arbeitszeit" ist einstellbar.
Bei einer durch Grenzänderung nötigen Verlegung des Drahtes an der Grenze habe ich gesucht und festgestellt, daß der Draht inzwischen 7-12cm im Boden verschwunden ist. Das macht das Mulchen. Stört nicht, weil er bis 20cm Tiefe den Draht noch registriert.

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